Lernmittel

Mehrheitlich haben die Mitglieder des Bezirkselternausschusses Pankow am 22.11.12
beschlossen:

_____

Der BEA-Pankow spricht sich erneut gegen den in der Lernmittelverordnung vom
03.07.2003 festgelegten und in der letzten Fassung vom 16.10.2010 noch immer
beibehaltenen Eigenanteil der Eltern aus.
Wie fast 10 Jahre Praxis bei der Umsetzung der Lernmittelverordnung zeigen, stellt die
Eigenbeschaffung von Schulbüchern durch die Eltern eine unangemessene finanzielle
Belastung dar und widerspricht völlig den “Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit,
Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und des sinnvollen Einsatzes im Unterricht”, wie sie im
§3(1), Satz 1 der Lernmittelverordnung gefordert sind.
Ein zuzahlungsfreier Erhalt der Lernmittel für alle Eltern soll bis zum Schuljahr
2013/2014 wieder gesichert sein. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es absolut notwendig,
dass die derzeitige Praxis bei der Umsetzung des noch geltenden Eigenanteils durch
die Bücherlisten für die Schulen und die Eltern rechtssicher gestaltet und durchgeführt
wird.
Der BEA-Pankow fordert daher die Senatsverwaltung auf, sofort folgende Punkte
rechtssicher festzulegen und geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Einhaltung der
Lernmittelverordnung an allen Schulen sicherzustellen:

  • Die Eltern müssen für jedes Schuljahr ausschließlich die Lernmittel zur Verfügung stellen, welche für dieses Schuljahr auf der Bücherliste stehen.
  • Sollen Lernmittel, die über mehrere Schuljahre genutzt werden (z.B. Atlanten odermehrjährige Schulbücher), im Rahmen des Eigenanteils durch die Eltern beschafftwerden, so müssen sie in jedem Schuljahr mit ihrem Neupreis auf den Bücherlistender Schule erscheinen.
  • Lernmittel, die nicht auf den Bücherlisten erfasst sind, müssen im laufendenSchuljahr nur dann von den Eltern erworben werden, wenn sie in der Summe mit den bereits für dieses Schuljahr erworbenen Büchern einen Neupreis von 100,-€ nicht übersteigen.

Darüber hinaus fordert der BEA Pankow die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und
Wissenschaft auf, sich gegenüber den Schulbuchverlagen deutlich zu positionieren,
dass das Land Berlin kein Interesse an mehrjährigen Lehrbüchern hat und stattdessen
einjährige Varianten bevorzugt.


Begründung:

Durch die Zusammenfassung von Lehrbüchern für zwei oder mehr Jahrgänge entsteht
zumeist ein dickeres, umfangreicheres, schwereres und teureres Buch. Soll dieses
Buch (z.B. Physik 7/8) durch die Schule oder einen Lernmittelfonds verliehen werden,
so muss es trotzdem doppelt angeschafft werden (für jeden der beiden Jahrgänge).
Dies verdoppelt die Kosten für die Schulen und widerspricht somit ebenfalls dem in der
Lernmittelverordnung festgeschriebenen Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Diese
Mehrkosten sind in Zeiten, wo im Bildungsbereich an allen Ende gespart wird nicht
hinnehmbar. Zusätzlich sind diese Bücher um vieles schwerer und für Schüler mit
7-8 Unterrichtsstunden pro Tag ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Und
letztendlich wird durch das zunehmende Bestreben der Schulbuchverlage insbesondere
in der Oberstufe nur noch zweijährige Bücher anzubieten die Flexibilität der Schulen
sich Jahrgangsweise für bestimmte Lehrwerke zu entscheiden eingeschränkt.

Beschluss 22.11.12 – Lernmittel

Comments are closed.